“Making of” des Romans Frevel im Beinhaus in Tagebuchform

Die Arbeit an “Frevel im Beinhaus” hat begonnen (1. Tag)

6.1.2010

Es ist soweit: Da ich Ende März mit dem Buch fertig sein will - und das muss ich laut Verlagsvertrag -, habe ich heute die ersten sieben Seiten zu “Frevel im Beinhaus” abgespeichert.
Für diese erste Arbeitswoche habe ich insgesamt eine Seitenzahl von 21 angepeilt, die zwar über- jedoch nicht unterschritten werden kann bzw. soll.
Gestern habe ich noch einmal mehrere Bücher per Fernleihe bestellt, die ich zur begleitenden Recherche benötige.
Alles in allem kann ich jetzt schon sagen: Es ist schön, schreiberisch wieder in Köln zu sein. Adelina hat sich (fast) nicht verändert …

“Frevel im Beinhaus”, zweite Woche (6. Tag)

11.1.2010

Die tägliche Arbeit am Manuskript gestaltet sich normalerweise bei mir in folgenden Schritten:
1. Lesen und gleichzeitiges Überarbeiten des Textabschnitts, en ich am vorhergehenden Tag verfasst habe.
2. Ggf. Notizen vom Vortag durchsehen.
3. Schreiben, schreiben, schreiben.
- Zwischendurch mit dem Hund raus gehen, wenn er “mal muss”. -
- Bei Schreibsequenzen, die insgesamt länger als drei Stunden dauern, mache ich auch schon mal eine Pause zum Essen. -
4. Nach Fertigstellung des Schreibpensums für den Tag: Daten abspeichern! Und zwar an drei verschiedenen Orten, einer davon ist virtuell. Für den Fall eines Systemausfalls kann ich jederzeit von einem anderen internetfähigen Rechner auf den aktuellen Text zugreifen.
Geplantes Ziel für diese Woche: 42 weitere Seiten

“Frevel im Beinhaus”, 14. Tag

19.1.2010

Inzwischen sind schon einige Seiten zusammengekommen, aber noch lange nicht genug.
Vergangenen Freitag ist mir dann doch tatsächlich ein “alter Bekannter” über den Weg gelaufen, der mir jetzt, nach bereits drei Büchern, endlich seine Geschichte offenbart hat. Bisher hat er sich darüber ausgeschwiegen, aber jetzt, da ich sein Schicksal kenne, verstehe ich viel besser, warum er so ist, wie er ist.
Neue Figuren sind natürlich auch schon hinzugekommen, auf deren Entwicklung ich bereits sehr neugierig bin.
Zwar plane ich einen Plot schon immer recht genau, schon weil der Verlag es ja verlangt (Exposé), aber zu Überraschungen und unerwarteten Wendungen kommt es dennoch immer wieder.
Mir scheint, dieFiguren wissen fast immer besser als ich, was gut für sie ist und was nicht. Ganz abgesehen davon, dass ich vorab noch so viel über sie in Erfahrung bringen kann - sie haben eben doch alle ihre Geheimnisse (siehe oben).
Für diese Woche plane ich jedenfalls - Geheimnisse hin, mögliche Wendungen her: 40 weitere Seiten.

“Frevel im Beinhaus”, 15. Tag

20.1.2010

Nach einer längeren Pause zwischen den Büchern einer Reihe ist es nicht immer einfach, sich wieder in das Geschehen, das Setting, die Atmosphäre hineinzufinden. Bei Adelina ist mir dies inzwischen wieder vollständig geglückt.
Die ersten 50 Seiten habe ich gebraucht, um mich wieder zurechtzufinden. Immerhin ist ein wenig Zeit auch in der Geschichte vergangen. Ich musste als “Besucherin” die Familie meiner Heldin erst mal beobachten und herausfinden, was seit dem letzten Buch so alles passiert ist, was sich verändert hat usw.
Ich schätze, ich bin jetzt wieder einigermaßen auf dem neuesten Stand.
Es mag vielleicht merkwürdig klingen, aber ich fühle mich tatsächlich wie ein Gast, der in Adelinas Haus zu Besuch ist und sie für eine Weile überall hin begleiten darf. Aber erst, wenn ich mich wieder so richtig heimisch fühle, bekomme ich auch wieder das richtige Gefühl für die Figuren und ihre Motive und Entwicklungen.
… und für die VERWICKLUNGEN. Und davon, das kann ich versprechen, wird es auch im vierten Band der Adelina-Reihe wieder eine ganze Menge geben.

Frevel im Beinhaus, 22. Tag

27.1.2010

Man kann eine Geschichte noch so genau planen, es kommt immer der Punkt, an dem sie sich verselbständigt. Die Figuren beginnen, ein Eigenleben zu führen. Das ist der Moment, ab dem ich das Gefühl habe, nur noch “mitzuschreiben”, was geschieht.
Gestern ist auf diese Weise z.B. ein ganz neuer Charakter aufgetaucht. Erst dachte ich, er spiele eine untergeordnete Nebenrolle, aber inzwischen weiß ich, dass er den Schlüssel zu einem Problem besitzt, dass bald von Adelina gelöst werden muss. Bei der Plotplanung habe ich noch nicht an ihn gedacht, doch nun fügt sich durch ihn ein Handlungsstrang genau so, wie es für die Geschichte passt.
Mein Pensum für diese Woche habe ich auf 28 Seiten gesetzt. Sieben davon sind bereits im Kasten. Montag konnte ich leider nicht an der Geschichte schreiben, da mir etliche andere Arbeiten dazwischen kamen und dann, als ich dachte, ich hätte mich endlich freigeschaufelt, mein Schwiegervater anrief, und zwar wegen eines Laptop-Problems. Dieses ließ sich zwar leider nicht lösen, kostete mich aber weitere drei Stunden. Abends war dann noch der nachträgliche Geburtstagsbesuch bei meiner Nachbarin angesagt, sodass arbeitsmäßig nichts mehr ging.
Solche Tage gibt es immer wieder, man kann sich darüber aufregen oder sie hinnehmen. Letzteres spart eine Menge Nerven. Und der nächste Tag kommt ja bekanntlich automatisch, und mit ihm die Gelegenheit, am Manuskript weiterzuarbeiten.

“Frevel im Beinhaus”, 27. Tag

1.2.2010

Mein Wecker klingelt um 6:00 Uhr; bis gegen 7:30 Uhr habe ich es dann - inkl. Frühstück für meinen Mann machen und den Hund rauslassen - geschafft, mich an den Schreibtisch zu setzen.
Zunächst erfolgt der obligatorische Blick in mein Email-Postfach und in mein Forum, dann wird entweder mein Blog mit Infos gefüttert oder auch gleich die Datei mit meinem aktuellen Manuskript geöffnet. Der innere Schweinehund kreischt daraufhin meistens (vor allem montags) vor Empörung: “Wie kannst du es wagen, mich so früh zu wecken und dann auch noch gleich zur Arbeit zu zwingen?” Tja, wenn ich auf ihn hören würde, hätte ich bis heute nicht ein einziges Buch geschrieben, geschweige denn veröffentlicht.
Auch die vielgerühmte Muse ist so früh am Morgen noch nicht auf. Mit ihr ist es oft sogar noch schlimmer als mit dem Schweinehund: Sie ist zickig und launisch und meldet sich zumeist immer nur dann von selbst, wenn ich gerade weder PC oder Laptop, noch Notizblock und Kugelschreiber zur Hand habe. Am liebsten während eines Spaziergangs, beim Duschen, während einer Familienfeier … Ansonsten muss ich auch sie zwingen, zu mir an den Schreibtisch zu kommen. Würde ich auf sie warten, wäre das Ergebnis dasselbe wie beim Beherzigen eines Rates meines inneren Schweinehundes: NULL.
Habe ich also diese beiden Langschläfer endlich auch dazu gebracht, sich - zunächst noch mies gelaunt und unausgeschlafen - zu mir zu gesellen, lese ich zum Aufwärmen erst einmal die Seiten durch, die ich am Tag zuvor geschrieben habe. Dabei kommen wir drei dann normalerweise recht schnell in Fahrt, überarbeiten einige noch ungeschliffene Textstellen, eliminieren Tippfehler, fügen hier einen Satz ein, streichen da eine Wiederholung, und wenn wir fertig sind, stecken wir bereits so tief in der Geschichte, dass wir dann auch gleich mit dem Schreiben loslegen können.
Momentan habe ich mein tägliches Pensum auf sieben Seiten festgelegt. 2009 waren es wegen enger Termine sogar 10 Seiten. Letzteres kann allerdings auf Dauer geradezu in Folter ausarten. Auf den ersten Blick klingen 10 Seiten gar nicht so viel. Wer aber selbst schreibt, weiß, dass diese Seitenzahl schon hart an der Grenze des Schaffbaren liegt. An sehr guten Tagen schaffe ich ca. 3 Seiten pro Stunde, an durchschnittlichen Tagen benötige ich für 10 Seiten ca 6 Stunden, an schlechten Tagen - und die gibt es natürlich immer mal wieder - sitze ich acht, zehn oder mehr Stunden am PC. An solchen Tagen frage ich mich dann, warum um aller Welt ich mir das bloß antue.
Die Antwort ist natürlich einfach: Weil ich nicht anders kann. Würde ich nicht schreiben, wäre mein Leben unvollständig und in meinem Kopf sähe es innerhalb kürzester Zeit aus wie in einem Alptraum von Hieronymus Bosch.
Also muss ich schreiben, um nicht überzuschnappen.
Zurück aber zu meinem Schreibpensum:
Die Abgabetermine für 2010 liegen nicht ganz so eng wie im vergangenen Jahr, sodass ich die tägliche Seitenzahl auf ein gutes und erträgliches Maß von 7 Seiten zurückschrauben konnte. 35 Seiten pro Woche (im Schnitt) sind ein guter Wert, der es mir ermöglicht, ein Buch wie Frevel im Beinhaus innerhalb von 10 bis 12 Wochen zu verfassen. Dabei setze ich natürlich immer ein bis zwei Wochen als Pufferzeitraum, denn unvorhergesehene Dinge passieren ja auch immer wieder.
Diese 10 bis 12 Wochen sind allerdings nur der Rahmen für die reine Schreibzeit. Recherche, Plot- und Exposéerstellung, Figurenzeichnung etc. sind da noch nicht eingerechnet. Bei einem Reihen-Roman wie Frevel im Beinhaus kann man für die komplette Planung und Entstehung ca. ein halbes Jahr rechnen, da ich bei Folgebänden den Rechercheschwerpunkt auf Details der Handlung und des historischen Hintergrundes legen kann. Figuren und Umfeld sowie Alltagsgeschichte und Lebensformen stehen dabei ja fest, und die wenigen Figuren, die hinzukommen, fallen normalerweise nicht sehr ins Gewicht.
Anders sieht es hingegen aus, wenn ich einen komplett neuen Roman oder gar eine neue Reihe plane und hierfür evtl. sogar die Epoche wechseln möchte. Der Rechercheaufwand hierzu wächst dann natürlich um ein Vielfaches. Aber dazu mehr, wenn es (irgendwann) soweit ist.

“Frevel im Beinhaus”, 42. Tag

16.2.2010

Die regelmäßigen Leserinnen und Leser meines Blogs werden es sicher schon gemerkt haben: Ich habe mich in den vergangenen beiden Wochen rar gemacht. Das liegt daran, dass erst eine Woche lang mein PC in der Werkstatt war (wegen eines ominösen Systemfehlers) und ich danach natürlich alle Programme und Daten neu installieren musste. Dann kam Karneval und schließlich (gestern) ein aggressiver Darmvirus, den ich aber zum Glück dank EM und EMX inzwischen schon fast wieder überwunden habe.
Leider hat mich das alles aber um etliche Tage zurückgeworfen. Momentan habe ich knapp unter 160 Seiten des Buches fertig. Wenn ich bis zum Abgebetermin Ende März fertig sein will, darf nun also nicht mehr allzu viel dazwischen kommen.
Allerdings sieht man an diesen unvorhergesehenen Ereignissen, wie wichtig es ist, immer eine bis zwei Wochen Pufferzone einzuplanen, wenn man sich den Terminplan für ein Buch zusammenstellt. Und gesunde Ernährung sowie ein gestärktes Abwehrsystem können auch nicht schaden. 
Für diese Woche nehme ich mir noch nicht zu viel vor, aber so um die 21 Seiten werde ich dann doch wohl schaffen.

“Frevel im Beinhaus”, 48. Tag

22.2.2010

Für diese Woche habe ich mir vorgenommen, die 200-Seiten-Marke zu knacken. Das dürfte bei einem geplanten Pensum von 35 Seiten kein Problem darstellen.
Momentan befinde ich mich schreiberisch an dem Punkt, an dem meine Protagonistin Adelina sich sozusagen auf den Höhepunkt der möglichen Verwicklungen und Probleme zubewegt (also quasi der Verzweiflung nahe ist). In dieser Situation wird sie auch wohl noch ein Weilchen bleiben, bis dann nach und nach die verschiedenen Handlungsfäden entwirrt und aufgelöst werden.
Da eine Geschichte über Adelina nie nur ein historischer Krimi ist, sondern naturgemäß auch immer eine Menge Action und Wirrnisse in und um ihre Familie auftauchen, habe ich mir den Handlungsablauf relativ detailliert als chronologisches Stichwortverzeichnis unter das Manuskript gesetzt, damit ich dieses von nun an “abhaken” bzw. “abarbeiten” kann. Auf diese Weise verliere ich bei den diversen Handlungssträngen nicht den Überblick und weiß immer genau, wann eine Szene zur Krimihandlung kommt, wann Vitus einen Wutausbruch bekommt oder Lehrmädchen Mira ungehorsam ist.
Obwohl sich das sehr konstruiert anhört, bleibt dennoch immer wieder Platz für Überraschungen, wenn z.B. Thomasius sich partout anders verhält, als ich es geplant hatte oder Hauptmann Greverode sich viel früher (oder später) in die Handlung einmischt als vorgesehen. Das sind die täglichen Herausforderungen, die den Schreiballtag besonders spannend und abwechslungsreich gestalten können.

“Frevel im Beinhaus”, 55. Tag

1.3.2010

Eine große Hürde ist geknackt: Vergangenen Freitag habe ich, wie geplant, die 200-Seiten-Marke überschritten.
Bei dieser Gelegenheit konnte ich schon mal eines der Geheimnisse, die Adelina in Atem halten, zu ihrer größten Verblüffung auflösen.
Dennoch steckt sie natürlich noch immer bis zum Kragen in Schwierigkeiten, sodass  die restlichen rund 150 Seiten mit Sicherheit nicht langweilig werden.
Eine Schwierigkeit stellt sich mit nun aber:
Ich hatte selbstverständlich für jede Figur vorab festgelegt, welche Rolle sie im Gesamtkonzept zu spielen hat und ob sie nun mehr zu den Guten oder mehr zu den Schurken gehören soll. (Bei manchen Figuren ist das aber - wie im richtigen Leben - nicht immer so eindeutig.)
Nun schrieb ich und schrieb und schrieb, aber eine der Figuren - welche, verrate ich natürlich an dieser Stelle nicht -  sträubte sich beharrlich, sich meinen Anordnungn zu fügen. Ich weiß nicht, ob sie geahnt hat, dass ich sie u.a. einer gemeinen Täuschung aussetzen wollte, jedenfalls hat sie meine Pläne für sie partout abgelehnt. Sie (die Figur) sollte zwar nicht zu den allerschlimmsten Schurken gehören, aber doch zumindest eine in großen Teilen üble Rolle spielen.
“Aber nein”, protestierte sie. “Das kannst du nicht mit mir machen. Ich mag vielleicht nicht zu den angenehmsten Zeitgenossen gehören, aber das hier geht dann doch zu weit. In Wahrheit gehöre ich zu den Guten. Hör zu, ich werde dir erklären, warum und wie es dazu kam …”
Tja, Sie werden meine Überraschung und Verwirrung sicher verstehen können. Nun stehe ich nämlich vor der verzwisckten Aufgabe, den Part jener Figur umzuändern, ohne den Gesamtplot umzuwerfen.
Das ist wieder einmal eine jener Überraschungen, die einem Autor tagtäglich auflauern können. Aber da ich meinen Figuren vollstes Vertrauen entgegenbringe, werde ich diese Herausforderung natürlich annehmen und versuchen, eine Lösung zu finden, die sowohl der Figur als hoffentlich auch später Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, gefallen wird.

“Frevel im Beinhaus”, 62. Tag

8.3.2010

Die letzten knapp über 100 Seiten eines Romans scheinen sich immer irgendwie schneller schreiben zu lassen als der Teil, den man schon hinter sich hat. Vielleicht liegt es daran, dass sich oft zum Showdown die Ereignisse überschlagen. Allerdings darf man als Autor an dieser Stelle nie die Handlungsfäden aus den Augen lassen und muss aufpassen, dass sie auch alle am Ende wieder zusammenlaufen. Lose “herabhängende” oder “herumflatternde” Handlungsstränge sind zumeist nicht erwünscht, es sei denn, es soll eine Fortsetzung geben, in welcher eben diese losen Enden wieder aufgegriffen werden. Aber selbst dann ist es notwendig, wenigstens eine zufriedenstellende und logische Zwischenlösung zu bieten, damit die Leser das Buch nicht unzufrieden zuschlagen. Ein wenig Spannung (falls es eine Fortsetzung geben soll) ist natürlich erwünscht.
An dieser Stelle stehe ich nun auch:
Eigentlich war die Adelina-Trilogie abgeschlossen, nun gibt es doch einen vierten Band. Und wie es (mir) oft geht: Band 4 hat mir derart viel Potenzial eröffnet, dass es wohl auch noch für einen fünften Band reichen würde. Meine Lektorin bei Rowohlt war, nachdem ich ihr dies mitteilte, nicht abgeneigt, da die Adelina-Reihe sich je nach wie vor recht erfolgreich verkauft. Also schauen wir mal, was sich ergibt und wie ich dann in Kürze aufgrund dieser Ausgangsposition den Schlussakkord der Geschichte angehen werde.

“Frevel im Beinhaus”, 77. Tag

23.3.2010

Es ist immer ein merkwürdiges Gefühl, wenn man ein Mansukript aus der Hand und ins Lektorat gibt. Gestern habe ich den überarbeiteten Stand von 275 Seiten an den Verlag gemailt. Der Rest des Textes sowie Prolog und historischer Anhang fehlen freilich noch. Das alles reiche ich voraussichtlich Ende kommender Woche nach, sobald es fertig ist.
Das vergangene Wochenende habe ich damit verbracht, das ausgedruckte Manuskript komplett durchzulesen und zu überarbeiten. Gestern habe ich die Änderungen und Ergänzungen, die sich dabei ergeben haben, in den PC gehackt.
Da ich mir vorab ein recht genaues Gerüst für die Geschichte zusammengebaut hatte, musste ich keine großen Veränderungen vornehmen. Eine Szene habe ich ein wenig umgestellt, zu einer anderen noch eine halbe Seite hinzugeschrieben. Doch bisher ist noch kein Abschnitt rausgeflogen. Nun bin ich natürlich gespannt, welche Anmerkungen meine Lektorin zum Text hat und vor allem, welche Verbesserungsvorschläge.
Glücklicherweise liege ich mit meiner Lektorin auf einer Wellenlänge, sodass mir Ihre Anregungen so gut wie immer einleuchten und ich sie deshalb meist nur abnicken (und ggf. ausführen) muss.
Bisher dauerte ein Lektorat deshalb auch nie wesentlich länger als zwei Wochen. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass sie nie sehr große Änderungen wünscht. Meist sind es Wort-Ersetzungen, Satzumstellungen (oder auch schon mal Streichungen), also eher Peanuts. Hin und wieder bittet sie mich auch, eine Personenbeschreibung oder kurze Szene hinzuzufügen. Selten werden mehr als zwei, drei Sätze gestrichen, wenn sie sie als überflüssig empfindet.
Woran liegt es nun, dass meine Manuskripte offenbar schon sehr ausgefeilt ins Lektorat gehen? Einerseits, wie eben erwähnt, wahrscheinlich daran, dass ich vorab ein stabiles Gerüst “baue”, an dessen Streben ich mich entlanghangeln kann. Trotzdem bleibt mir dabei immer die Freiheit, die Geschichte anzupassen, wenn sich herausstellt, dass sie in Sequenzen anders verlaufen muss, als ich mir das ursprünglich vorgestellt habe.
Vielleicht ist es auch nützlich, dass ich immer, bevor ich mit dem Schreiben beginne, erst einmal den Textabschnitt, denn ich am Vortag geschrieben habe, sorgfältig überarbeite.
Es gibt Autoren, die schreiben ihren Roman innerhalb kürzester Zeit in einem Rutsch, ohne Rücksicht auf Stil und sprachliche Feinheiten. Danach überarbeiten sie dann, oftmals wochen- oder monatelang. Sie stellen um, streichen, ersetzen usw. Da ich von Natur aus eher zur Gattung “Faultier” gehöre (ja wirklich, glauben Sie es nur!), ist mir diese Art zu arbeiten zutiefst zuwider. Dann müsste ich ja x-mal denselben Text lesen, bearbeiten etc. Da ist es mir lieber, ich muss das nur ein-, zweimal tun, bevor er ins Lektorat geht. Und das funktioniert eben nur, wenn ich das Manuskript von Beginn an möglichst nahe an der Druckreife schreibe. Das kann zwar manchmal sehr schwierig sein und bedeutet eben ein hohes Maß an Konzentration, sodass ich oft nach einem Schreibtag ganz erschöpft bin, aber auf der anderen Seite erspart es mir und eben auch meiner Lektorin einiges an zusätzlicher Arbeit im Nachhinein.
Das kann natürlich nur für mich gelten. Jeder Autor, jede Autorin arbeitet anders, und das ist auch völlig in Ordnung. Was am Ende zählt, ist das fertige Buch, die spannende, fesselnde Geschichte.

“Frevel im Beinhaus”, 83. Tag

29.3.2010

Wieder ist eine Woche vergangen, diesmal nicht ohne Turbulenzen. Einen Tag lang ist mein Internet komplett ausgefallen, weil es eine DSL-Synchronisationsstörung gab (Was für ein Wortungetüm!). Und dann hatte ich am Samstag noch einen kleinen Unfall, weil jemand mir auf einem Parkplatz beim Ausparken rückwärts ins Auto reingefahren ist. Zwar läuft die Schadensbeseitigung über die Versicherung bereits, aber ärgerlich ist das schon. Man ahnt nix Böses und wird unverschuldet in so etwas verwickelt.
Das Wochenende konnte ich dann aber doch noch zur Erholung nutzen und werde nun den Endspurt für das Manuskript einlegen. Vergangene Woche habe ich bereits den “Showdown” geschrieben, nun ist das letzte Kapitel an der Reihe. Und dann noch der Prolog, den ich oftmals erst ganz zum Schluss schreibe.
Zuletzt kommt dann noch der übliche historische Anhang, ein Glossar, diesmal wohl auch eine Personenliste, weil sie von vielen Lesern immer wieder gewünscht wird, und … Nein, alles verrate ich hier nicht!
Was dann noch einmal interessant wird, ist die Suche nach einem passenden Leitsatz/Zitat für den Roman. Hier leistet in der Regel die Bibel sehr gute Dienste. In ihr sind nämlich im Grunde zu allen Bereichen des Lebens und Menschseins Weisheiten festgehalten. Man muss sie nur finden …

“Frevel im Beinhaus”, 84. Tag

30.3.2010

Es ist vollbracht:
Soeben habe ich den allerletzten Punkt unter mein Manuskript gesetzt. Gestern Abend habe ich schon ein bisschen am Anhang (Glossar usw.) gearbeitet, sodass ich mich heute auf den Prolog und die historische Nachbemerkung konzentrieren konnte. Und nun ist das Buch fertig.
Fertig, fertig, fertig!
Nur, wer schon einmal ein Buch geschrieben hat, kann vermutlich nachempfinden, welch erhebendes Gefühl das ist. Schöner ist eigentlich nur noch der Moment, in dem man das erste gedruckte Exemplar in Händen hält.
Und obgleich ich inzwischen schon etliche Veröffentlichungen vorweisen kann, lasse ich mir diese ganz besondere Freude, dieses Glücksgefühl, nicht nehmen.
Morgen wandert alles in den Verlag zu meiner Lektorin und irgendwann nach Ostern beginnt dann das Lektorat. Bis dahin kann ich aber die Feiertage in vollen Zügen und der Gewissheit genießen, dass ich wieder eine Geschichte geschafft habe, und noch dazu wie geplant in dem Zeitrahmen, den ich mir dafür gesetzt hatte.

“Frevel im Beinhaus”, Lektorat, Teil 1

28.4.2010

Da das Buch ja bereits im August erscheint (und damit ab ca. 20. Juli an den Buchhandel ausgeliefert wird), muss es mit dem Lektorat diesmal noch schneller gehen als sonst schon. Das scheint aber gar kein Problem zu sein, denn die wenigen Wortstreichungen, Satzumstellungen oder Wortersetzungen (meist bei Wiederholungen) kann ich bis auf ganz wenige einfach abnicken. Beim Rest fielen mir dann selbst noch bessere Variationen ein. Es ist wirklich schön, wenn man mit der Lektorin auf einer Wellenlänge schwimmt.
Natürlich schadet es auch nichts, sich schon während des Schreibens immer wieder auf die Finger zu sehen und sich genau zu merken, was beim vorherigen Buch angemerkt wurde. Wenn man dies dann gleich umsetzt (oder es zumindest versucht), erspart man dem Lektorat und sich selbst eine Menge zusätzlicher Arbeit.
Dieses Mal hatte ich anscheinend ein wenig die “Und-eritis”, habe also dieses winzige Bindewort ein wenig zu oft verwendet. Jetzt, nachdem es an etlichen Stellen wieder rausgeflogen ist, klingt das Ganze gleich viel schöner.
Ansonsten gab es kaum Anmerkungen mit Handlungsbedarf auf meienr Seite. Lediglich auf Seite 7 soll ich Adelina noch ein wenig mehr optisch beschreiben. Das mache ich doch gern, kein Problem. Mehr als zwei, drei Sätze braucht es da nicht.
Nun warte ich noch auf den letzten Teil des Manuskripts, denn meine Lektorin hat ihn aufgeteilt, damit wir parallel daran arbeiten können. Und sie meinte, das Ganze (!) soll dann am kommenden Montag schon in die Herstellung gegeben werden. Ob ich das schaffen kann? Aber sicher. Bei so wenig Änderungen/Korrekturen ist das wohl ganz sicher möglich.
Was mich besonders freut: Sogar meine Lektorin, die ja schon von Berufs wegen eine geübte Leserin ist, gestand mir, dass sie mir bei einem bestimmten Handlungsstrang voll auf den Leim gegangen ist und über den Ausgang desselben begeistert war.
Nun darf ich also hoffen, dass es Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, genauso gehen wird, das Buch also mindestens eine, nein, sogar mehrere Überraschungen in sich birgt, mit denen sie niemals gerechnet hätten.

“Frevel im Beinhaus”, Lektorat, 2. und 3. Teil

3.5.2010

Das Lektorat dieses Buches war nun wirklich äußerst komfortabel für mich!
Im 2. und 3. Teil konnte ich noch mehr Anmerkungen (von den wenigen, die es gab) abnicken. Wieder habe ich einige Korrekturen durch meine eigene Wortwahl ersetzt. Und das war’s schon!
Na ja, das Personenregister habe ich noch um zwei Figuren erweitert, die mir im ersten Durchgang entfallen waren. Dass es überhaupt eines gibt, geht auf unzählige Bitten meiner Leserinnen und Leser zurück, die sich unbedingt ein Verzeichnis der im Buch vorkommenden Figuren gewünscht haben.
Dafür haben der Verlag und ich uns gegen eine Stadtkarte von Köln entschieden, denn es gibt die erste brauchbare Ansicht (Mercator-Karte) erst aus dem späten 16. Jahrhundert. Da Adelina aber Ende des 14./Anfang des 15. Jahrhunderts lebt, würde diese Stadtkarte nicht ganz passen und ganz sicher einige aufmerksame Leser dagegen Sturm laufen.
Der nächste Schriftt - die Korrektur der Druckfahnen - wird in wenigen Wochen stattfinden. Und dann dauert es auch nur noch wenige weitere Wochen, bis das Buch auch schon in den Buchhandel kommt.

 

 

 

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