Glossar mittelalterlicher Begriffe

Entnommen und zusammengestellt aus folgenden Romanen von Petra Schier:
Frevel im Beinhaus, Der gläserne Schrein, Das silberne Zeichen, Vergeltung im Münzhaus

 

Alchemie



 

Auch: Alchymie oder Alchimie. Eine frühe Form der Naturphilosophie, Chemie und Pharmazie. Alchemisten beschäftigten sich schon früh mit Themen wie dem Aufbau der Materie oder auch der Umwandelbarkeit (Transmutation) von Metallen und anderen Elementen in "höhere" Daseinszustände. Unter den Alchemisten gab es auch einige, die versuchten, aus unedlen Metallen Gold herzustellen.

Alembik


 

auch: Destillierhelm. Ein Gefäß zur Trennung von Stoffen durch Erhitzen und anschließendes Abkühlen (Destillation), z. B. in der Alchemie. Der Alembik ist am Boden offen und weist seitlich ein langes, Rohr auf, durch das das Destillat nach unten in ein Auffanggefäß abfließen kann.

Ambra-Apfel



 

Eine Duftstoffzubereitung, die aus verscheidenen Zutaten besteht, wie Ambra oder Moschus. Sie wurde meist in einem tragbaren Behälter aufbewahrt, der die Form einer Kugel oder auch eines Apfels aufwies. Ambra-Äpfel (auch Bisam-Äpfel genannt) dienten noch bis ins 17. Jahrhundert hauptsächlich medizinischen Zwecken verwendet, dwurden aber auch als Schmuckstücke verwendet.

Antoniusfeuer







 

auch: Ergotismus, Heiliges Feuer. Die  Krankheit wurde im Mittelalter für ansteckend gehalten, da sie selten nur bei einer einzelnen Person auftrat. Hervorgerufen wird sie durch eine Vergiftung, die auftritt, wenn verfaulter Roggen verzehrt wurde (sogn. Mutterkorn). Symptome  sind rote, “brennende” Male auf der Haut, Blässe, kalte Gliedmaßen, Hautkribbeln, Lähmungserscheinungen, Verwirrtheit, Erbrechen, Halluzinationen und Wahnvorstellungen. Durch eine Verengung der Gefäße wird die Durchblutung teilweise so sehr eingeschränkt, dass im Fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung Gliedmaßen absterben und (manchmal vollkommen ohne zu bluten) abfallen können

Aqua Ardens
 

„brennendes Wasser“, Weingeist (Branntwein), der durch die Destillation von Wein entsteht.

Athanor




 

Auch: Philosophischer Ofen. In ihm sollte der Stein der Weisen hergestellt werden. Dazu setzte man eine Substanz in einem verschlossenen Gefäß über eine längere Zeit nicht zu starker, dafür aber möglichst gleichmäßiger Wärme aus. Der Ofens war turmförmig aufgebaut und in seinem Inneren befand sich ein Gefäß aus Glas von ovaler Form, das sogenannte Philosophische Ei, das den Stoff enthielt, der mittels Transmutation zum Stein der Weisen umwandelt werden sollte.

Auripigment

 

Auch: Arsenblende, Rauschgelb oder Operment. Dieses häufig vorkommende Mineral wurde aufgrund seiner strahlend goldgelben Farbe von Künstlern im Mittelalter gerne in der Malerei eingesetzt, obwohl es hochgiftig ist.

Blidenhaus

 

städtische Waffenkammer Kölns im späten Mittelalter, benannt nach den Bliden, mittelalterlichen Wurfmaschinen. Im 16. Jahrhundert wurde an der Stelle des Blidenhauses das Zeughaus erbaut.

Bruoch

 

Auch: Bruch. Eine unserer heutigen Unterhose nicht unähnliche Bekleidung im Mittelalter. Sie ähnelte den heutigen Boxershorts. An die Bruoch wurden meist Beinlinge (strumpfhosenartige Beinkleider) angenestelt.

Cotte/Surcot




 

Auch: Cotte oder Cotta. Ursprünglich war dies eine einfache Ärmeltunika, die Männer und Frauen aller Stände trugen. Im 14. und 15. Jahrhundert entwickelte sie sich beim Mann zu einem engen, an der Brust gepolsterten vorn zugeknöpften Kleid, das über den halben Oberschenkel reichte. Der Surcot der Frau war seit dem 13. Jahrhundert ein richtiges Kleid bzw. Überkleid mit meist eng anliegendem Ärmel, Schleppe und mit oder ohne Gürtung.

Geißler


 

auch: Flagellanten. Der Name dieser christlichen Laienbewegung des 13. und 14. Jahrhunderts geht auf das lateinische Wort flagellum (Geißel, Peitsche) zurück. Die Anhänger praktizierten öffentliche Selbstgeißelung, um auf diese Weise Buße zu tun und sich von begangenen Sünden zu reinigen.

Gewaltrichter


 

Der Gewaltrichter stand dem Polizeiapparat der Stadt Köln vor und war meist für kleinere Vergehen wie Diebstahl, Betrug usw. zuständig. In manchen Fällen auch für Mord und Totschlag, die sonst meist in den Bereich des Vogtes oder Schultheißen fielen.

Gleve




 

Auch: Helm. Ein kleine Gruppe berittener und unberittener Soldaten, die durch den so genannten sogenannten Glevner (oft ein Ritter) angeführt wurden. Die Anzahl der Mitglieder von Gleven schwankte je nach Rang, Einfluss und finanziellen Möglichkeiten des Glevners. Die Gleve war allerdings keine taktische Formation. Sie diente im Militärwesen lediglich dazu, die Anzahl der waffenfähigen Männer zu ermitteln.

Gugel

 

Eine kapuzenartige Kopfbedeckung, oft mit langem Zipfel, der auch schalartig um den Hals gewunden oder wie ein Turban um den Kopf gewickelt werden konnte. Die Gugel wurde fast ausschließlich von Männern getragen.

Hacht

erzbischöfliches Gefängnis am Kölner Dom

Heuke

ärmelloser, glockenförmig geschnittener Umhang für Männer und Frauen

Inquisition


 

spätmittelalterliche und frühneuzeitliche Gerichtsverfahren, die sich unter der Spätmittelalterliche und frühneuzeitliche Gerichtsverfahren, bei denen es unter der Mitwirkung oder auch im Auftrag der Geistlichkeit um die Verfolgung von Ketzern (Häretikern) ging.

Kanoniker



 

Kleriker, die als Mitglieder eines Kapitels an einer Kathedrale, Basilika oder Ordenskirche an der gemeinsamen Liturgie, also der Feier der Heiligen Messe und des Stundengebets mitwirken. Kanoniker leben im Gegensatz zu anderen Priestern und Diakonen in Gemeinschaft. Der Vorsteher eines Kapitels ist in der Regel ein Propst oder Abt, manchmal ist die Leitung auch einem Dekan oder Prior übertragen.

Melaten

Name des Kölner Leprosenhospitals

Munt




 

Die Munt war die Mittelalterliche Form der Vormuntschaft. In der Regel war der hausherr auch der Muntherr über Frau, Kinder und Gesinde, übernahm also Schutz und haftung für die und hatte die alleinige Entscheidungsgewalt. Heiratete ein Mädchen, ging sie von der Munt des Vaters in die ihres Ehegatten über. Ein Sohn wurde mündig und durfte eingenständig Geschäfte führen, sobald er einen eigenen Hausstand gründete oder das 21. Lebensjahr erreicht hatte.

Mutterkorn






 

auch: Tollkorn, Hungerkorn. Eine kornähnliche form des Mutterkornpilzes, so genannt, weil es auch zur Abtreibung eingesetzt werden konnte und wurde. Extrem giftiger, kornähnlicher Pilz, der in den Ähren von Roggen und einigen anderen Getreidearten wächst. Nach dem Verzehr kommt es zu diversen Vergiftungssymptomen wie Blässe, kalte Gliedmaßen, Hautkribbeln, Lähmungserscheinungen, Verwirrtheit, Erbrechen, Halluzinationen und Wahnvorstellungen und teilweise schweren Durchblutungsstörungen.
5 bis 10 Gramm frisches Mutterkorn können für einen Erwachsenen tödlich sein.

Panacea


 

deutsch: Allheilmittel, vom griech. Panakeia („alles heilend), ein Universal-Heilmitte, das im Mittelalter von zahlreichen Mythen umrankt warl. Die Suche nach einem derartigen Mittel war, ähnlich wie die Suche nach dem Stein der Weisen eine Aufgabe, der sich hauptsächlich Alchemisten stellten.

Philosophisches Ei


 

lat. Ovum philosophorum. In diesem eiförmigen, hermetisch versiegelten Glasgefäß, bereiteten die Alchemisten den Stein der Weisen zu. Das philosophische Ei wurde dazu längere Zeit in einem philosophischen Ofen, dem sogenannten Athanor, bei geringer, jedoch möglichst gleichförmiger Wärme sozusagen „ausgebrütet“.

Schellenknecht
 

Durch die Stadt angestellter Sammler bzw. Bettler für Almosen in Form von Lebensmitteln, Kleidern und Geld für die Hospitäler, speziell die Leprosenhäuser.

Schlupfhure/Winkelhure
 

Straßendirne oder heimliche Dirne, die auf eigene Kappe und meist aus einer Privatwohnung heraus arbeitete. Freier konnten bei ihr "hineinschlüpfen".

Stein der Weisen

 

lat.: Lapis philosophorum. Eine Substanz, von der Alchemisten glaubten, man könne mit ihr unedle Metalle, wie etwa Quecksilber, in Gold oder Silber bzw. alles Unedle in einen edleren Seinszustand verwandeln.

Surcot




 

auch: Cotte oder Cotta. Ursprünglich war dies eine einfache Ärmeltunika, die Männer und Frauen aller Stände trugen. Im 14. und 15. Jahrhundert entwickelte sie sich beim Mann zu einem engen, an der Brust gepolsterten vorn zugeknöpften Kleid, das über den halben Oberschenkel reichte. Der Surcot der Frau war seit dem 13. Jahrhundert ein richtiges Kleid bzw. Überkleid mit meist eng anliegendem Ärmel, Schleppe und mit oder ohne Gürtung.

Stimmeister


 

Städtischer Amtsträger im spätmittelalterlichen Köln. Stimmeister hatten für militärische und zivile Disziplin im städtischen Regiment zu sorgen. Es gab auch Stimmeister, die zugleich Weinmeister genannt wurden und für Handelsfragen zuständig waren.

Theriak





 

Im Mittelalter galt Theriak als Universalheilmittel gegen alle möglichen Krankheiten und Gebrechen und wird heute noch – jedoch mit abgewandelter Rezeptur und Indikation – hergestellt. Die bedeutendste Fabrikationsstätte für Theriak war Venedig. Die Zubereitung wurde als öffentliche, mehrtägige Zeremonie in Anwesenheit höchster Autoritäten mit großem Prunk und Pomp begangen, der weltweite Handel damit trug nicht unwesentlich zum Reichtum Venedigs bei. Auch in Deutschland und Holland wurde Theriak hergestellt.

Transmutation

Umwandlung chemischer Elemente in andere chemische Elemente

Triptychon




 

Dreigeteiltes Gemälde, das aus einer Mitteltafel und zwei meist schmaleren Flügeln besteht. Manchmal wurde es noch durch durch eine sogenannte Predella (Stufe/Sockel) unter dem Mittelteil ergänzt. Ein Triptychon mit christlichen Motiven und mit beweglichen Seitenteilen zum Verschließen des Mittelteils ist eine mögliche Form eines Flügelaltars. Die Größe variierte je nach Verwendungszweck. So gab es kleine, handliche Reisealtäre ebenso wie große Altäre in Kirchen und Kathedralen.

Unehrliche Berufe







 

Unehrlich bedeutete im Mittelalter, anders als heute, nicht „betrügerisch“, sondern „ehrlos“ oder auch „nicht ehrenwert“. Wer unehrlich war bzw. einen unehrlichen Beruf ausübte, durfte weder Grund und Boden besitzen, noch ein städtisches Amt bekleiden. Er war rechtlos und durfte nur seinesgleichen heiraten. Körperlicher Kontakt mit ehrlichen Leuten musste vermieden werden, da dieser, selbst wenn er versehentlich erfolgte, den Betroffenen ebenfalls unehrlich machte. Zu den unehrlichen Berufen zählten neben Dirnen, Totengräbern, Straßenkehrern und Spielleuten unter anderem auch Abdecker, Hausierer, Barbiere, Schäfer, Lumpensammler und viele mehr.

Vierundvierziger



 

Nach Einführung der neuen Stadtverfassung Kölns, des Verbundbriefs, 1396 gab es neben dem Stadtrat, der sich aus Vertretern der 22 Gaffeln (Zunftzusammenschlüsse) zusammensetzte, noch dieses weitere Gremium. Bei wichtigen Beschlüssen musste der Rat die Vierundvierziger hinzuziehen. Sie setzten sich aus je zwei Vertretern aller Gaffeln zusammen.

Wams

Ein jackenartiges Kleidungsstück und eine Vorform der heute bekannten Weste.

 

 

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